Von | 30. Juli 2019

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Als Leiter des Autorenteams bei Relias Learning werde ich häufig gefragt, welcher unserer Kurse wohl der beste sei. Diese Frage kann ich pauschal natürlich nicht beantworten, dies hängt immer davon ab, welches Problem gelöst und welche Wissenslücke „gestopft“ werden soll.

Von einem Kurs denke ich allerdings, dass er bei einem speziellen Problem sowohl in der Alten- als auch in der Krankenpflege effektiv helfen kann. Dieser E-Learning-Kurs heißt: „Sachgerechter Umgang mit Arzneimitteln“.

Warum ist ein E-Learning-Kurs zum Umgang mit Arzneimitteln wichtig?

In meiner langjährigen Erfahrung als Pflegefachkraft in einem Krankenhaus habe ich beinahe täglich erlebt, wie unsachgemäß mit Arzneimitteln umgegangen wurde. Die Gründe hierfür waren vielfältig. Beispiele, die mir spontan einfallen, sind:

  • Zeitmangel bei der Verabreichung,
  • Irrtümer und
  • Unfälle.

Viele Beispiele hierfür finden sich auch im Critical Incident Reporting-System (CIRS). Hier ein paar Highlights:

  • Medikamente des Bettnachbarn eingenommen (Fall-Nr. 189270)
  • falsches Insulin verabreicht (Fall-Nr. 193100)
  • Doppelte Verabreichung (Fall-Nr. 187177)
  • Verwechslung von Infusionslösungen (Fall-Nr. 193874)

Solche Vorkommnisse sind nur bis zu einem gewissen Grad vermeidbar. Auch bei sorgfältiger Vorbereitung können immer wieder Fehler passieren. Ein Faktor ist aber auf jeden Fall beeinflussbar: Wissenslücken beim Umgang mit speziellen Darreichungsformen von Arzneimitteln.

Unser E-Learning-Kurs „Sachgerechter Umgang mit Arzneimitteln“ kann diese Wissenslücken effektiv schließen und somit die Versorgungsqualität in Krankenhäusern und Pflegeheimen sowie bei der ambulanten Pflege signifikant erhöhen.

Wie ist dieser E-Learning-Kurs entstanden?

Zusammen mit Prof. Dr. Egid Strehl habe ich den Kurs konzipiert und den Text dazu verfasst.

Professor Dr. Egid Strehl ist studierter Pharmazeut und war Direktor der Apotheke des Universitätsklinikums Freiburg. Er ist zudem Herausgeber des Unterrichtswerks „Arzneimittel in der Pflege“.

Bezüglich des Ziels unseres zukünftigen E-Learning-Kurses wurden wir uns schnell einig: Die gängigsten Darreichungsformen von Arzneimitteln abzubilden und jeweils konkrete Hinweise zur korrekten Applikation zu geben.

Was sind die Lernziele des Kurses?

Nachdem Sie den E-Learning-Kurs „Sachgerechter Umgang mit Arzneimitteln“ absolviert haben, werden Sie folgende Fähigkeiten erworben haben:

  1. Sie können Arzneimittel in verschiedenen Applikationsformen sachgerecht lagern und entsorgen.
  2. Sie können Arzneimittel in verschiedenen Applikationsformen sachgerecht vorbereiten.
  3. Sie können Arzneimittel in verschiedenen Applikationsformen sachgerecht und sicher verabreichen.
  4. Sie können herausfinden, welche Eigenschaften ein bestimmtes Arzneimittel hat.
  5. Sie können herausfinden, ob eine Tablette teilbar ist und ob sie über eine Magensonde verabreicht werden kann.

Wie ist der Kurs aufgebaut?

Der Kurs beginnt damit, dass die Lernenden verschiedene Situationen erleben, die im Pflegeheim und im Krankenhaus spielen. In jeder Situation wird ein Arzneimittel falsch eingenommen, gelagert oder verabreicht und wirkt daher nicht richtig. Die Lernenden sollen hier bereits einschätzen, was der Grund für das Versagen des Arzneimittels gewesen sein könnte.

E-Learning-Kurs Umgang mit Arzneimitteln

Alle diese Situationen sind im Detail frei erfunden, aber auf Herrn Professor Strehls sowie auf meiner Erfahrung aus dem klinischen Alltag begründet.

Nach dieser Einführung wird die Definition eines Arzneimittels laut Arzneimittelgesetz erläutert. Außerdem erfahren die Lernenden die speziellen Auflagen zum Umgang mit Betäubungsmitteln.

Die häufigsten Arzneimittelformen werden gezeigt und die jeweils wichtigsten Punkte beschrieben, die man bei der Applikation beachten muss. Dies haben wir in verschiedene Abschnitte unterteilt:

Orale Arzneiformen

  • Feste und
  • flüssige Peroralia.

Orale Arzneiformen

Den Schwerpunkt haben wir hier auf die Unterscheidung der verschiedenen Formen gelegt und die damit einhergehenden Unterschiede bei der Einnahme. Bei jeder Applikationsform haben wir nützliche Zusatzinformationen formuliert, z. B. wie sich der Unterschied zwischen alkoholischen und wässrigen Lösungen auf die Tropfenmenge pro Milliliter auswirken kann.

Parenterale Arzneiformen

  • Applikationsformen mit und ohne Resorptionsbarriere,
  • Injektionslösungen,
  • Infusionslösungen und
  • Konzentrate sowie Pulver zur Zubereitung von Parenteralia.

Den Schwerpunkt bilden hier die Erläuterungen der Resorptionsbarriere und Hinweise zu hygienischen Richtlinien.

Topische Applikationsarten

  • Streichfähige Zubereitungen,
  • Suppositorien,
  • Ophtalmika,
  • Otologika,
  • Nasalia,
  • Arzneimittelpflaster und
  • Dosieraerosole.

Es ging uns hierbei vor allem um die konkrete Darstellung der verschiedenen Techniken bei den verschiedenen Applikationsformen. Diese haben wir in übersichtlichen Schritt für Schritt-Anleitungen festgehalten.

verabreichung von ophtalmika in flaschen

Den Abschluss des Kurses bilden die wichtigsten Grundsätze zur Arzneimittelhaltbarkeit, der Verabreichung von Arzneimitteln über eine Magensonde und abschließende Hinweise zur Berechnung von Verabreichungsgeschwindigkeiten für den praktischen Alltag.

Für wen ist dieser E-Learning-Kurs geeignet?

Dieser Kurs wurde speziell für Pflegende in Krankenhäusern sowie stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen konzipiert.

Überzeugen Sie sich selbst von unserem Kurs

Schauen Sie sich dazu unsere Videovorschau an:

 

 

Fazit

Ich denke, dass uns mit unserem E-Learning-Kurs „Sachgerechter Umgang mit Arzneimitteln“ ein echtes „Schmuckstück“ geglückt ist, das wesentlich zur Erhöhung der Pflegequalität in Krankenhäusern und Pflegeheimen sowie auch in der ambulanten Pflege beitragen kann. Für Pflegende, die anderen Menschen Arzneimittel verabreichen oder sie dazu beraten müssen, könnte dieser Kurs sogar eine Pflichtfortbildung werden.

 


Bildnachweis: Robert Kneschke – stock.adobe.com

Robert Rath

war als examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger über sieben Jahre in der stationären Pflege an der Berliner Charité beschäftigt. Dort arbeitete er im Fachbereich Hämatologie und Onkologie und war spezialisiert auf die Versorgung von chronischen Wunden und die praktische Anleitung von Auszubildenden und Praktikanten. - Zusätzlich hat Herr Rath drei Jahre lang Gesundheitswissenschaften an der Charité studiert und den akademischen Grad Bachelor of Science erworben. - Derzeit ist er Leiter des Autorenteams bei Relias Learning und arbeitet gelegentlich als Lehrbeauftragter für das Thema Wundversorgung im Studiengang Bachelor of Nursing der Evangelischen Hochschule Berlin.

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