Von | 17. Januar 2020

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Das Marktforschungsinstitut Psyma hat in Kooperation mit dem Veranstalter des Deutschen Pflegetages erneut Akteure im Gesundheitswesen zum aktuellen Stimmungsbild in der Pflege befragt. Die gute Nachricht: Die Stimmung hat sich zum Positiven geändert, das Klima hat sich im Vergleich zu 2018 um 2 Punkte „erwärmt“. Aber es gibt auch andere Ergebnisse.

Viele Reformen auf den Weg gebracht

Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, sagte dazu bei der offiziellen Pressekonferenz am 14. Januar: „[…] die Zahl der Gesetzesänderungen und Reformen seit 2017 ist rekordverdächtig. Viele davon treten jetzt erst 2020 in Kraft, […] oder entfalten in diesem Jahr ihre Wirkung […] Nun müssen die Gesetze wirken, von den Verantwortlichen umgesetzt werden.
So wundert es mich nicht, dass die Studie ein Stimmungsbild offenbart und zeigt, dass diese Themen allenfalls von Insidern positiv wahrgenommen werden.“.

In der Tat wurde in 2018/2019 viel von der Bundesregierung angeschoben, um die Situation in der Pflege zu verbessern, z. B. das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, die Konzertierte Aktion Pflege, das Pflegeberufegesetz mit der generalistischen Pflegeausbildung oder das Gesetz für bessere Pflegelöhne.

Deshalb überrascht es nicht, dass nach Meinung der Befragten des CARE Klima-Indexes der Stellenwert der Pflege bei den Politikern in 2019 weiter gestiegen ist.

Allerdings empfinden deutlich mehr als ein Drittel der professionell Pflegenden sowie des Pflegemanagements, dass sich der Pflegealltag weiter verschlechtert hat.

Klima trotz „Erwärmung“ unter dem Wert des Indexjahres 2017

Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates e.V. und Veranstalter des Deutschen Pflegetages, sieht keinen Grund zum Optimismus: „Die Verbesserung der Stimmung im Care Klima-Index steht für den Deutschen Pflegerat in gewissem Widerspruch zur von uns wahrgenommenen Lage der Pflege. Ohne die sehr pessimistischen Befragungsergebnisse zur wirtschaftliche Entwicklung der Branche wäre der Anstieg sogar noch größer. Insgesamt bleibt aber der Wert nach wie vor unter dem von 2017.“

Weitere Reformen geplant

Andreas Westerfellhaus hat weitere Reformen für 2020 angekündigt, z. B. die Sicherstellung einer flächendeckend angemessenen Bezahlung durch Tarifverträge. Mit Ungeduld erwarte er „die Ergebnisse der Verhandlungspartner ver.di und der Bundesvereinigung Arbeitgeber in der Pflegebranche […] Die Zeit drängt!“

Auch für die Umsetzung guter Arbeitsbedingungen habe er einen „Koffer schnell umsetzbarer, bewährter Instrumente […] zusammenstellen und erproben lassen.“. Laut der Ergebnisse des CARE Klima-Indexes 2019 ist z. B. bei Fortbildungsmaßnahmen, der Einführung spezifischer Arbeitszeitmodelle sowie einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch großes Potenzial zur Verbesserung des Arbeitsalltags von professionell Pflegenden.

Auch pflegende Angehörige sollen durch Strukturänderungen effizient entlastet werden. Dazu wird Herr Westerfellhaus einen Umsetzungsvorschlag zur Neuordnung der ambulanten Pflegeleistungen vorlegen.

Fazit

Laut dem CARE Klima-Index 2019 hat sich das Klima in der Pflege im Vergleich zum Vorjahr leicht „erwärmt“.

Das wichtigste Ziel des CARE Klima-Index ist es, „aus den eingefangenen Stimmungen – sozusagen als Vorboten des Handelns – Hinweise auf zukünftige Entwicklungen im Pflegemarkt zu liefern und hieraus Handlungen abzuleiten.“, so Stephanie Hollaus, Associate Director von Psyma Health & Care.

Viele Reformen wurden bereits auf den Weg gebracht, für 2020 sind weitere Verbesserungen für die Pflege geplant. Allerdings wird sich die Gesamtsituation in der Pflege erst mittel- bis langfristig signifikant ändern.

Wir sind gespannt und drücken die Daumen!

 


CARE Klima-Index 2019 – Folien


Kostenloser Download des CARE Klima-Index 2019 


Blogartikel zum CARE Klima-Index 2018

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