Das Befragungsinstitut Psyma Health & CARE GmbH hat in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter des Deutschen Pflegetages  den Index konzipiert, um ein umfassendes und realistisches Stimmungsbild des Pflegesektors in Deutschland zu erstellen und Trends abzuleiten. Am 16.01.2019 wurden die Ergebnisse aus 2018 gemeinsam mit Andreas Westerfellhaus (Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung) und Franz Wagner (Präsident des Deutschen Pflegerat)  im Haus der Bundespressekonferenz Berlin vorgestellt. Wichtigstes Fazit: Die Stimmung ist im Vergleich zum Vorjahr frostiger geworden.

Was ist der CARE Klima-Index und wie wird er gebildet?

Der CARE Klima-Index liefert ein valides Stimmungsbild der Pflege und bildet fundierte Trendaussagen ab.

Dafür werden 2.226 Personen aus relevanten Zielgruppen befragt: professionell Pflegende, Pflegebedürftige, pflegende Angehörige, aber auch Ärzte- und Apothekerschaft, Industrie und Kostenträger sowie Verbände und Kommunen.

Als Basisjahr gilt 2017, die damalige Erhebung wird als Nullmessung betrachtet. Mit den Ergebnissen von 2018 liegen damit zu allen Antworten erstmalig Indexwerte vor.

Welche Themen werden dargestellt?

Die Befragten wurden gebeten, ihre Einschätzung zu folgenden 5 Themenblöcken zu geben:
  • Qualität in der Pflege und Personalsituation
  • Öffentliche Wahrnehmung und aktuelle Rahmenbedingungen
  • Wirtschaftliche Situation und Finanzierung
  • Versorgungslandschaft
  • Innovationen

Welches sind wichtige Erkenntnisse?

Stephanie Hollaus, Projektverantwortliche des CARE Klima-Index Deutschland bei Psyma zieht folgende Schlussfolgerung: „Die Stimmung in der Pflegebranche ist im Vergleich zum Vorjahr weiter abgekühlt.“ Für 2018 beträgt der Psyma CARE Klima-Index 95,3. Damit ist das Klima im Vergleich zum Basisjahr 2017 um -4,7 Punkte abgefallen. Dabei zeigten sich deutliche regionale Unterschiede: Im Westen Deutschlands ist die Stimmung frostiger als im Osten (-5,3 zu -2,9 Punkte), im Süden frostiger als im Norden (-6,8 zu -3,1 Punkte).

Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen wird der Stellenwert der Pflege um 10 %-Punkte geringer eingeschätzt als im Vorjahr. Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e. V., vermutet als Ursache das Image des Berufes durch die schwierigen Arbeitsbedingungen: „Die schon chronisch hohe Arbeitsbelastung prägt die Stimmung der Berufsgruppe und immer mehr Menschen erfahren die Probleme hautnah.“

Pessimistisch auch der Ausblick in die Zukunft: 76 % der Befragten glauben nicht, dass der Bedarf an Pflegefachpersonen in den kommenden 10 Jahren gedeckt werden kann. 42 % der Befragten glauben, dass die Pflegeversorgung zukünftig nur teilweise sichergestellt werden kann.

Was sagt die Politik?

Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung zeigt sich erstaunt über die mehrheitlich kritischen Ergebnisse, stehe doch die Pflege ganz oben auf der
politischen Agenda. Fachkräftegewinnung sowie langfristige -bindung blieben aber zentrale Themen, die im Pflegealltag spürbare Verbesserungen erreichen müssten. Zudem brauche es eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Pflege, um den gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.

Wo gibt es mehr Informationen?

Mehr Informationen zum CARE Klima-Index 2018 finden Sie auf folgenden Seiten:

Psyma Health & CARE GmbH

Deutscher Pflegetag (Pressemitteilung)


Relias Learning wird sich auch 2019 auf dem Deutschen Pflegetag präsentieren.

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